Die Räuberpistole von Leon de Winter

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Im Deutschen gibt es den sicher nicht leicht zu übersetzenden Ausspruch „Räuberpistole“. Eine „unglaubliche, haarsträubende Geschichte (die jemand als wahr präsentiert)“ erklärt Wikipedia.

Exakt das ist es, was uns Leon de Winter in seinem neuem Roman „Geronimo“, aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers übersetzt, auftischt. Allzu viel darf man über den Inhalt nicht kolportieren, wenn man die Pointen und verteilten Spannungsbögen einem zukünftigen Leser nicht versauen will. Weiterlesen

„Musik ist Sehnsuchtsort.“ Kent Nagano

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Ich bekenne, dass ich Analphabet bin, und zwar ein musikalischer. „Musikalischer Analphabetismus – was für ein bedrückend hässlicher Begriff.“ bemerkt Kent Nagano und ich gebe ihm Recht. Ich schäme mich nicht dafür, doch ich bedauere es. In meiner Familie wurde rundweg unterstellt, wir seien alle unmusikalisch und meine Schulbildung in den 70igern war diesbezüglich derart desolat, dass ich erst mit 15 von einer Musiklehrerin entsetzt entlarvt wurde, dass ich keinerlei Noten lesen kann, geschweige irgendein Instrument rudimentär beherrsche. Daran hat sich zwar bis heute nichts geändert, doch ein Leben ohne Musik, ernste und unterhaltende, wäre mir unvorstellbar.

Ein Drittel der Menschen sollen von Musik emotional nicht zu berühren sein. Musik-Anhedonie wird das genannt. Und ein zweites Drittel empfindet zwar etwas, doch offenbar keine größere Erregung. Nur das letzte Drittel ist deutlich bewegt. Ich darf mich zum Glück diesem Teil zu rechnen. Musik bewegt, berührt, beglückt, berauscht, beflügelt, ergreift mich. Und dies ist auch das einzige, was es braucht, um sich von Kent Nagano im Konzertsaal und auch von seinem Buch mitreißen zu lassen. Weiterlesen