Umdenken muss der stationäre Handel – nicht der Kunde von Amazon.

Quelle: 123rfVor wenigen Tagen dachte ich noch, der stationäre Handel besinnt sich allmählich. Nach dem die Empörungswelle über Amazon wirkungslos abgeebbt ist, Autoren und hoffentlich auch Journalisten allmählich verstehen, dass Mitleid kein gutes Marketing ist, und am Beispiel Leistungsschutzrecht sichtbar wurde, dass sich das digitale Rad nicht mehr zurückdrehen lässt, sollte auch dem letzten edlen Ritter des stationären Handels klar geworden sein, dass er seine Rüstung ablegen muss, wenn er in Zukunft überleben will.

Doch nein, da kommt wieder ein edler Ritter um die Ecke, der die gute alte Zeit und ihre Tugenden beschwört: Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. In einem Kommentar im NDR beteuert er zum einen, man habe sich im Buchhandel nun auch wettbewerbsfähig digital aufgestellt und überhaupt sei ein Umdenken möglich:

„Ein Nach- und Umdenken ist möglich. 2013 war die Entwicklung im stationären Buchhandel erstmals besser als im Online Handel. Dieser Trend hält in diesem Jahr an. Und viele Buchhändler berichten uns über Kunden, die im Gespräch wörtlich sagen: „Früher habe ich bei Amazon gekauft.“

Das ist für mich nicht nur Pfeifen im Walde (siehe auch Kommentare beim Börsenblatt), mit dem sich seit Jahren auch schon die Printmedienbranche selbst belügt, sondern das Ganze hat noch einen dicken Haken: Umdenken muss nach Auffassung von Herrn Riethmüller nicht der Handel, sondern der Kunde von Amazon. Der Handel habe ja das Alleinstellungsmerkmal Beratung.

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Ritter der Tafelrunde

Geehrter Herr Riethmüller und alle anderen Ritter der Bücherrunde, ich liebe ihre Branche, ich liebe Literatur und ich bin bereit dafür mit aller Leidenschaft zu kämpfen. Doch bitte nicht mit Ihrem Rüstzeug. Werfen Sie endlich den vergangenen Ballast ab, seien Sie geistig beweglich und lassen Sie sich von Leuten die Langbogen der neuen Welt zeigen und veranschaulichen wie heute Märkte erobert und verteidigt werden. (Nachtrag: Das es schon mit einer anderen Haltung deutlich überzeugender wird zeigt Sophie Weigand auf Literaturen.)

Und bitte, bitte keine Appelle des Umdenkens an die Kunden. Solche Appelle sind nicht nur der Anfang vom Ende eines Geschäftsmodells, sie beschleunigen das Fanal. Blicken Sie zurück auf den Markt der Gastronomie, denken Sie an all die vielen Einzel- und Fachhändler der vergangenen Jahrzehnte oder lassen sie die Veränderungen in der Kulturbranche Revue passieren. Nennen Sie mir irgendein Beispiel auf dem Markt, wo ein Appell zur Arterhaltung eines Geschäftsmodells bei den Konsumenten Wirkung gezeigt hätte.

Die Kunden denken nicht daran in Ihrem Sinne umzudenken, also verklärt oder gar reumütig zurück zu schauen. Umgedacht haben nämlich die Kunden schon lange vor Ihnen. Deshalb kaufen sie bei Amazon & Co. Sie haben den anfänglich komplexen, unsicheren Weg ins Neuland und den Onlinehandel gewagt, haben Anmeldehürden und umfangreiche Datenabfragen auf sich genommen, mal was neues gewagt, es ausprobiert und am Ende etwas erhalten, was sie sehr überzeugt hat. Diese Kunden haben also all das gemacht, was Sie und viele im Handel bis heute gar nicht oder nur widerwillig machen. Und die Kunden sind dafür von Amazon & Co. reichlich belohnt worden. Und dann gibt es auch noch Kunden, die gute 9 Gründe nennen, warum sie der Handel, so wie er ist, einfach nicht überzeugt.

Gerne zähle ich Ihnen bei Gelegenheit alle Punkte auf, was ein Kunde von Amazon alles so schätzt und er vom Handel weder bekommen kann noch je von ihm erwarten würde. Hier nenne ich erst mal nur drei:

  1. Amazon hat nicht nur das unbestritten umfangreichste Sortiment und exzellente Prozesse, es hat auch in Deutschland Millionen Kunden, die ihre Meinung zu den Produkten ausführlich hinterlassen. Kein Buchhändler kann derart beraten, wie es 20 Kundenrezensionen können.
  2. Die wenigsten Menschen laufen tagtäglich an einer Buchhandlung vorbei. Sie müssen sich schon auf den langen Weg dorthin machen. Und nur eine Minderheit geht gerne in eine kleine, persönliche Buchhandlung. Die meisten haben nämlich Schwellenangst, so wie vielleicht Sie, wenn Sie einen Apple-Store betreten. Da kauft es sich bei Amazon doch deutlich ungehemmter.
  3. Amazon kennt uns Kunden. Man begrüßt uns mit Namen, man empfiehlt uns was ganz persönliches, wenn wir vorbeischauen. Amazon schreibt uns, wenn es ein interessantes Angebot gibt, zeigt uns, dass es die Klassikerausgabe auch umsonst als eBook gibt und bietet uns darüber hinaus noch jede Menge andere Waren und beeindruckende Services an.

Auch die Solidaritätsbekundung einer lieb meinenden, engagierten, aber winzig kleinen Kundenklientel hilft dem Handel nicht. Sie verschlimmert nur den Eindruck von einer Not leidenden Branche und beschleunigt die gnadenlose Abkehr der Mehrheit der Konsumenten im Markt, die nun mal nicht auf Verlierer setzt. Und machen Sie sich deutlich, dass Amazon in den vergangenen Jahren ein großen Teil Kunden zum Buch oder zur Literatur erst wieder gebracht hat, die der stationäre Handel gar nie erreichte. Es sind nicht alles Abtrünnige, die heute bei Amazon kaufen.

faust-und-mephisto-c625c5db-c787-4a15-90d2-2f77e0b2ee89Ebenso fatal ist ein Marketing mit Feindbildern. Solch antagonistisches Marketing – wir sind die Guten und die da die Bösen – funktioniert ebenfalls nur kurzeitig, um dann später den Abstieg der eigenen Branche oder Marke zu beschleunigen. Uwe Wittstock habe ich versucht, diese Erfahrung über Twitter zu vermitteln. Doch die 140 Zeichen ließen das nicht überzeugend zu. Vielleicht gelingt es mir hier.

Amazon als unmoralisch sowie brutal kapitalistisch zu verteufeln und mit Lanze und dem Schlachtruf „Monopolist“ aufs Pferd schwingend in die Schlacht zu ziehen ist Donquichotterie auf dem Markt. Denn im Markt sind Ethik und Moral keine Tugenden, sondern bestenfalls Marketingstrategien.

Dass Amazon Steuerschlupflöcher nutzt, kann ich nicht dem Unternehmen sondern muss ich dem Gesetzgeber anlasten. Erinnert sich noch jemand an die angenehme Zeit als man seinen Buchhändler bitten konnte, für die erworbenen Romane eine Fachbuchquittung zu bekommen? Tja, das ist ein Steuerschlupfloch, das gestopft wurde und heute ein echter USP für den Handel wäre.

Auch die regelmäßigen Berichte über die fragwürdigen Arbeitsbedingungen bei Amazon ändern nichts an der prekären Situation im Handel. Denn der Handel hat einen offenkundigen Personal- und Gemeinkostennachteil, den selbst eine fair empfundene Entlohnung bei Amazon & Co. nicht ausgleichen würde. Der Kunde zahlt im stationären Handel teure, stetig steigende Mieten und ineffiziente Personalanwesenheit, die beim Onlineanbieter immer deutlich geringer ausfallen.

Und zuletzt ist der Vorwurf der Monopolisierung nicht moralisch haltbar. Denn die Monopole im Netz entstehen primär durch eine mehrheitliche Abstimmung des Kunden. Daraus entwickelt sich dann zunehmend eine der physikalischen Kraft vergleichbare Gravitation im Online-Universum. Wer die höchste Anziehungskraft hat und die größte Masse entwickelt zieht irgendwann alles an sich. Es gibt weder für Produktanbieter noch für Kunden einen erkennbaren Mehrwert, auf mehren Plattformen Angebote zu platzieren bzw. zu suchen. Dies macht man nur solange, bis man das Gefühl hat, ausreichend Marktteilnehmer zu erreichen bzw. ausreichend Markttransparenz zu haben. Deshalb ist das Bestreben zur Monopolisierung allen Märkten inhärent.

Derzeit ist das Netz die globalste Form eines Marktplatzes. Auf diesem Platz werden sich aufgrund der beschriebenen Dynamik weltweit Monopole für abgegrenzte Leistungen bilden. Das haben die Gründer und Investoren von vielen Start Ups verstanden, doch offenbar nur sehr wenige, die mit dem ritterlichen Status Quo weiterleben möchten. Aktuell bilden noch die unterschiedlichen Sprachen die stärkste Hürde für die globale Netzwirtschaft. Doch auch diese Hürde wird immer rasanter genommen. Auf Alibaba, der chinesischen B2B-Plattform, wird automatisch die Kundennachfrage aus dem Ausland ins Chinesische übersetzt und umgekehrt. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis Übersetzungsprogramme jedem Anbieter die Möglichkeit bieten in allen Sprachen der Welt zu handeln.

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Mein erstes Handy.

Nicht zuletzt muss auch konstatiert werden, dass Monopole nicht per se wirtschaftlich nachteilig für den Konsumenten sind. Bestes Beispiel ist der Mobilfunkmarkt. Anstatt eine einzige Infrastruktur im Land aufzubauen, die dann alle Anbieter nutzen, gab der Staat vor, Wettbewerb zu schaffen, indem er Frequenzen für zig Mrd. Euro versteigerte, die dann dazu führten das mehrere Anbieter parallel Mrd. teure Infrastruktur aufbauten und sich dann noch mit hunderten von Millionen eine Marketingschlacht bis heute liefern, um ausreichend Kundenanteile zu gewinnen. Letztlich zahlt der Konsument in Deutschland für den Verzicht auf das Mobilfunk-Monopol ca. das Sechsfache dessen, was heute ein Mobilfunkanschluss kosten müsste, wenn es nur einen Anbieter gäbe.

Soll nun der stationäre Handel fatalistisch seinem Ende entgegen sehen? Nein, mitnichten. Nur wie in der Überschrift gefordert, muss nicht der Kunde sondern er umdenken. Der Handel vor Ort braucht ein neues Selbstverständnis aus dem dann auch ein entsprechendes Selbstbewusstsein erwächst. Der Handel muss mutig Neues ausprobieren. Schon immer entwickeln sich neue Geschäftsmodelle, die den alten Tugenden des Handels ähnlich sind, jedoch z.B. nicht mit denselben Produkten. Was früher der Tante Emma Laden war, ist heute der Feinkost-Italiener oder Veganerladen an der Ecke. Was früher der Elektronikfachhändler war ist heute der Shop- und Showroom eines Herstellers wie Apple oder eines Mobilfunkanbieters.

Dringend abraten kann ich dem stationären Handel vor einem nachahmenden Online-Wettbewerb (siehe aktuell ocelot). Wie oben beschrieben, werden Online nur sehr wenige, wohl globale Unternehmen als Sieger hervorgehen. Wer keine unique eCommerce-Idee hat und nicht ausreichend Investoren im Hintergrund, kann nur auf bestehenden Handelsplattformen wie Amazon, ebay etc. sein Geschäft wirtschaftlich betreiben.

BuchespressobarBislang ist es zudem kaum jemanden gelungen, eCommerce und stationäre Präsenz gleichermaßen erfolgreich zu besetzen. Mir fällt nur ein Beispiel ein, dass als Produkt umstritten ist, jedoch bisher unbeirrt weltweit wächst: Nespresso. Dieses Beispiel dokumentiert auch, dass mit rationalen Argumenten auf dem Markt nichts gewonnen wird. Die sinnliche Erfahrung, das Erlebnis des Sich-Etwas-Gönnens, überzeugt hier die Konsumenten – gegen alle hauswirtschaftliche Nüchternheit. Und die vehemente Empörung über deren ökologische Ignoranz ist von Buchliebhabern völlig unangebracht. Denn die Ökobilanz eines 500 Seiten Schinkens in gedruckter Form von der Herstellung bis zur ewigen Lagerung im heimischen Buchregal ist vergleichsweise katastrophal zu einem eBook.

Der Handel im Allgemeinen und der Buchhandel im Speziellen muss sich womöglich weit mehr als menschliche Begegnungsstätte begreifen. Was früher nur die Kneipe oder das Cafe geboten haben, wird vielleicht zunehmend die Erwartung der Kunden in den Läden sein: ein Ort, in dem man sich trifft, um über gemeinsame Interessen zu plaudern, sich auszutauschen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Das ist womöglich nicht das Zukunftskonzept für den Schuhhandel, jedoch im Buchhandel könnte dies in ein oder zwei Frau/Mann-Betrieben funktionieren. Vorausgesetzt, die Kunden sind bereit dafür indirekt zu zahlen.

Darüber hinaus wird die Rolle eines Kurators im Handel sicher an Bedeutung gewinnen. In wie weit diese finanziell honoriert wird, muss der Handel ausprobieren. Eine wohl wichtige Voraussetzung dafür wäre die Aufhebung der Buchpreisbindung und einer damit verknüpften deutlich höheren Marge für den Händler. Im Modeeinzelhandel sind Verkaufspreisaufschläge von bis zu 250% üblich. Leidtragende mögen da zunächst die Verlage sein. Doch auch die müssen sich bewegen. Große Verlage sollten vielleicht auch mal „Flagship-Stores“ einrichten und Kleinverlage sich spezielle Kleinbuchhandlungen suchen, die sich auf ihr Genre spezialisieren. Wenn sie dann auch noch so voller Ideen sind wie CulturBooks, kann das für diese Buchhändler ein lukratives Standbein sein.

Buchhändler sollten auch online mehr Flagge zeigen. Jedoch nicht mit Shops , sondern mit gut gestalteten Blogs wie SteglizMind. Hierfür müssen sie nicht mal ständig selbst Texte verfassen, sondern können sich einer Hundertschaft von engagierten Bloggern bedienen, die sich über das Reblogging ihrer Rezensionen freuen. Sehr beeindruckend umfangreich und redaktionell vorbildlich als Online-Magazin macht das Bücherstadtkurier. Und sie sollten auch souverän auf die zigfachen guten Rezensionen von Amazon hinweisen. Denn die meisten Kunden, die online nach Buchempfehlungen suchen, schauen dort sowieso vorbei.

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Drei ??? auf der Waldbühne in Berlin.

Vielleicht müssen Buchhändler auch vermehrt rausgehen, so wie aktuell sehr spannend Felix Wegener. Bücher und eReader wie Tupperware verkaufen, Verkaufsveranstaltungen mit Büchervorstellungen in Kindergärten und Schulen (Elternabenden), Altenheimen, Krankenhäusern und sonstigen Einrichtungen machen, Hörbuchnächte als Happening anbieten, als Eintrittskarte kauft man das Buch dafür und und und.

Wie gesagt, ich bin bereit für die Literatur mit Umdenken und Ideen zu kämpfen. Doch die Voraussetzung ist, dass die heutigen Gralshüter der schmerzlichen Realität ins Auge blicken, sich kritisch hinterfragen lassen und offen für neue Strategie und Taktiken sind. Auch dann braucht es noch viel Mut und Wagnis. Doch sein Schicksal in der Bedrängnis selbst in die Hand zu nehmen, war schon immer eine der klassischen Erfolgsgeschichten berühmter Romanfiguren.

Nachtrag 16.11.: In meiner alten Heimat Frankfurt bewegt sich offenbar was.

Nachtrag 20.11: Christian Riethmüller, Neffe und ebenfalls Geschäftsführer von Osiander, überzeugt mich dagegen sehr. Da würde ich glatt in die Lehre gehen.

Und wer in München ist besucht vielleicht mal die die Kulturtheke eisfrei:

Eistheke

Foto Felix Wegener

Buchliebhaber sind nicht die besseren Literaturliebhaber

IMG_0697Wenige Tage vor der beginnenden Wallfahrt nach Frankfurt häufen sich wieder die Artikel zur aktuellen Lesekultur. Das Lamentieren, ob noch gute Literatur geschrieben wird und – meines Erachtens wichtiger – ob noch gute Literatur gelesen wird, steht wieder hoch im Kurs. Denn es sind die beliebtesten Themen des Feuilletons, deren überwiegende Leserschaft sich gerne in ihrem bildungsbürgerlichen Anspruch bestätigt sehen möchte.

Die Leserschaft des Feuilletons labt sich förmlich in den alljährlichen wiederkehrenden, kulturpessimistischen Bädern, die ihnen die Redakteure gerne bereiten – nicht zu heiß und nicht zu kalt. Denn die Redakteure ahnen auch, dass ihre Leser einer ernsthaften heißen Literaturdebatte gar nicht folgen könnten. Nur eine winzige Minderheit liest aktuelle und wirklich neue Literatur, die oftmals gar nicht in den etablierten Verlagen erscheint und die der Redaktion unaufgefordert Rezensionsexemplare sendet.

CircleUm Aufmerksamkeit für ein Buch auch ins Feuilleton zu lenken müssen heute gehypte Übersetzungen aus USA wie „The Circle“ herhalten, deren literarische Bedeutung gegen Null tendiert. Dave Eggers hat in seinem Interview mit Dennis Scheck denn auch erklärt, dass er lang überlegt hat, ob er dem Thema ein Sachbuch oder einen Roman widmen soll. Zu seinem Glück (weniger zu unserem) hat er die Form des Romans gewählt. In dem Genre ist die nachzüglerische Zielgruppe für Netzwelt-Dystopien deutlich größer.

Interessant an solchen Bestsellern ist: sie sind das beste Argument für die Digitalisierung von Literatur. Denn solche Trendliteratur in Buchform ins Regal zu stellen ist wirklich Platzverschwendung. Sie entsteht nach smarter Analyse des aktuellen Zeitgeistes, die heute mittels Bigdata deutlich einfacher geworden ist. Hiervon lassen sich offenbar selbst auch Literaturkenner wie Dennis Scheck blenden, der in seiner Empfehlung für den „Circle“ nicht mal auf die sonst überall verwiesenen literarischen Schwächen des Romans eingeht.

IMG_0699Und damit komme ich zum Auslöser meines Blogeintrages: den Artikel „Die Macht der Bücher“ von Kurt Kister in der SZ vom Wochenende. Das gut gemeinte Plädoyer für das gedruckte Buch ist meines Erachtens mal wieder das Tucholsky-Gegenteil von gut, also völlig misslungen. Denn wieder einmal schüttet es Öl ins Feuer einer Debatte, die im Jahr 2014 unnötig und allmählich obsolet sein sollte.

Der Satz, über den wohl viele Leser gestolpert sind und entweder begeistert beklatschten (z.B. buzzaldrins bücher) oder empört als elitären Altvorderen Gedanken zitierten, lautet

„Ja, es gibt einen Unterschied zwischen Büchermenschen und Textherunterladern“.

Dieser Satz ist verkürzt aus dem Artikel herausgehoben worden und steht im Text etwas anders:

„Wer Bücher liebt, kauft sie nicht unbedingt, um sie zu lesen. Das ist einer der großen Unterschiede zwischen Büchermenschen und, kaum despektierlich gemeint, Textherunterladern.“

Sehr verehrter Herr Kister, ich respektiere Ihre Liebe zum Buch. Auch ich liebe gedruckte Bücher, aber Ihre beschriebene Haltung untergräbt ein wesentliches Ansinnen vieler, die heute noch Literatur schaffen, und alle anderen, die sie begeistert rezipieren: es suggeriert den Eindruck, als wenn Buchliebhaber die besseren Literaturliebhaber seien. Es ist exakt diese elitäre Antwort, die viele auf die Gretchenfrage „Wie hältst Du es mit dem eBook?“ geben und damit meines Erachtens mit dem gedruckten Buch auch synonym die Literatur in eine antiquierte, ja erzkonservative Nische rücken.

Keinen Musikliebhaber würde ich danach bewerten, ob er Musik im Konzert, auf Schallplatte, auf CD, im Radio, über iTunes oder Spotify bevorzugt genießt. Sondern einzig – und das natürlich sehr subjektiv – danach, was er hört. Dabei bewundere ich besonders jene, die sich vielen Genres interessiert und begeistert zuwenden können. Und von Musikkritikern erwarte ich, dass sie mir die Avantgarde nahelegen und nicht, dass sie mir erklären, dass die neue Aufnahme von Lang Lang eigentlich nur in analoger Form auf Vinyl gepresst das wahre Klangereignis sei.

Herr Kister, ich habe Sie in einer kritischen Bemerkung auf Facebook von dotbooks zu Ihrem Artikel (eBook-Plattform) als Liebhaber des Buches verteidigt. Sie selbst erachten sich ja nicht als Feuilletonist, sondern primär als Leser. Doch in dieser Eigenschaft sollten nicht nur Sie, sondern alle, die in Ihr Ansinnen jubelnden einstimmen, sich selbstkritisch noch mal hinterfragen:

Behandele ich nicht fälschlich die Liebe zum Buch synonym mit der Liebe zur Literatur?

„Die Macht der Bücher“, wie Sie Ihren Artikel rhetorisch geschickt überschreiben, ist nicht die Macht der Literatur, die Leser- und Gesellschaft beeinflussen könnte. Diese Macht wurde schon immer weit überschätzt seitdem Literatur geschaffen wird. Es ist die Macht, die der Gegenstand Buch über Sie gewonnen hat. Das Buch ist Ihr Objekt der Begierde. Und das ist von mir auch kaum despektierlich gemeint.

FotoZu guter Letzt will ich nicht versäumen auf ein ganz aktuelles Beispiel hinzuweisen, wo die gewählte Form des Buches der darin enthaltenen Literatur besonders geglückt ist: Botho Strauss „Herkunft“ stelle ich mir gern ins Regal und wäre in digitaler Form um ein besonderen Eindruck ärmer.

Und zu aller guter Letzt ist die aktuelle Replik vom sobooks Verlagsprojekt auf einen Artikel im Spiegel wieder Beispiel dafür, wie die bildungsbürgerliche Skepsis neue Wege und Formen der Literaturvermarktung bremst anstatt sie zu stützen. Der Claim von sobooks heißt im übrigen „Aus Liebe zum Lesen“ und nicht „Aus Liebe zum Buch.“

Stürmt die Buchhandlung! Botho Strauss „Herkunft“ befühlen, beschnuppern und lesen!

FotoIch muss Abbitte leisten. In der Vergangenheit habe ich doch zu leichtfertig propagiert, dass es beim Buch nicht darauf ankäme, ob digital oder gedruckt, sondern auf den Inhalt. Für 99% der Bücher trifft das meines Erachtens immer noch zu. Doch mit „Herkunft“ von Botho Strauss widerlegen Autor und Verleger die 100%-These.

Die schlicht-edle Leinenhaptik des Buches versetzt mich augenblicklich in den Zeitraum zurück, in den ich mit dem Aufschlagen dann knapp 100 Seiten lang einreisen darf. Und auch der Geruch sowie die Farbe intensivieren die Empfindung eines Zeitsprunges. Der smaragdgrüne Einband erinnert mich an die Stoffbezüge einiger Sitzmöbel meiner Großeltern und deren Freunde. Strich man mit der Hand darüber, vermittelten sie einem eher Robustheit als Kuscheligkeit.

Das schmale, jedoch gewichtige Buch in der Hand zu befühlen, zu streicheln und zu beschnuppern war sicher das gewünschte und von mir auch wunderbar geschätzte Vorspiel zu Botho Strauss Erinnerungen an seine Herkunft, an denen er uns darauffolgend dann teilhaben lässt.

Und was diese Teilhabe betrifft, fällt es mir sehr schwer, meine hymnische Begeisterung zu zügeln. Vor kurzem erst ereiferte ich mit einigen Bloggern über die Frage „Was ist große Literatur?“. Nun halte ich mit diesem schmalen Bändchen etwas in den Händen, von dem ich mit voller Inbrunst der Überzeugung sage: Das da! Und das sage ich besonders auch, weil ich bislang Botho Strauss zwar geschätzt habe, aber er mir dennoch nicht als einer der ersten als Beispiel in den Sinn gekommen wäre. Bislang finde ich weitgehend Bestätigendes in den wenigen Rezensionen der Feuilletons, so z.B. aktuell in der Literaturbeilage der Zeit von Ijoma Mangold, in der SZ und in der Welt von Wolfgang Büscher.

Bitte, lest „Herkunft“ noch auf dem Weg zur Buchmesse! Hat sich ja erledigt.

Wenn dieses wunderbare Kleinod an Erinnerungsliteratur nicht ein hörbares begeistertes Aufatmen und großes Echo in den Gängen der Messe erzeugt, dann verstehe ich die Bücherwelt nicht mehr. Ein schöneres und überzeugenderes Geschenk für die Liebhaber des Buches aus der vordigitalen Welt kann kein Autor machen.

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Kolonnade in Bad Ems in der der „Knabe Botho“ auch gern wandelte.

Der Anlass: Der Groll der Jugend über einen verbitterten, sich seinen erzkonservativen Werten gegenüber verpflichtet fühlenden Vater – wie auch ich ihn gegenüber meinem kleinbürgerlich und kleingeistig empfundenen Großvater verspürte – will nach über 50 Jahren noch erklärt sein. Doch mehr und mehr drängt sich der Respekt vor der bewahrten Haltung eines Mannes vor, den das Schicksal durch Kriegsversehrung im ersten Weltkrieg und den kompletten Verlust der materiell großbürgerlichen Existenz durch den zweiten Weltkrieg bedrückt hat und den man ja auch geliebt hat und der einen auch das hat werden lassen, was man heute ist.

„Ohne Dich wäre ich nicht ich.“ ließ ich auf der Todesanzeige meiner Großmutter hinzufügen, die für mich, der ich vaterlos aufwuchs, eine zweite Mutter war. Ihr danke ich sehr – trotz ihrer biederen, ähnlich kriegsverbitterten Lebensweise – für ihre mir entgegengebrachte Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit. Ihr Mann, mein Stiefgroßvater, den ich als Vaterfigur bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr erlebte, war mir ähnlich nah und dennoch fern, wie der Vater, den Botho Strauss portraitiert. Doch während Strauss nun rückschauend mehr und mehr dessen sonderliches Wesen entschuldigt, kann ich bis heute meinem jahrzehntelang bei Neckermann in immer gleichbleibender Position arbeitenden, kleinmütigen Großvater nicht verzeihen.

Bad Ems, Kursaal; Architekt: J.G.Gutensohn

Kurhaus, Bad Ems

Botho Strauss schildert eine provinzielle bürgerliche Kulisse in Bad Ems, in der er aufwuchs und in der man das „Hut ziehen“ vor anderen noch wörtlich nahm. Dabei vermittelt er den Eindruck, in sehr spürbarer, materieller Bescheidenheit aufgewachsen zu sein. Diese sei der Erfolglosigkeit seines freiberuflichen Vaters geschuldet, die er nach der Flucht in den Westen mit 60 Jahren begann. Ein „bescheidenes Leben“ ist sehr relativ, wie sich anhand der Tatsache erläutern lässt, dass die Familie Strauss zu dritt in einer 7 Zimmer Wohnung mit Dienstmädchen lebte und der Vater dem Sohn beispielsweise DM 10,- für jede Doppelstunde Altgriechisch zahlt, die der Sohn auf dem neusprachlichem Gymnasium freiwillig belegt. Strauss bezeichnet dies dann recht humorig als „die wohl nützlichste und ertragreichste Investition meines Lebens.“

Aber die konkreten, biografischen Fakten sind in dem Einblick in seine Erinnerungswelt unerheblich. Es ist die beeindruckende dichterische Sprache, die sich schlafwandlerisch auf dem Grat zwischen heute ältlich und damals fast Avantgarde bewegt. Und es ist eine, ja ich finde betörende, eigenwillige ästhetische Form, seine Erinnerung zu fassen, zu fesseln und zu deuten.

Sprachlich lockt Strauss zum einen gerne in die Zeit zurück, wenn er zum Beispiel schreibt:

„Wie schimpflich aber, daß(!) ich mich so genierte, wenn ich ihm mit meinen Kameraden auf dem Schulweg begegnete, wenn er mir entgegenkam auf dem Rückweg von seinem Morgenspaziergang und ich nicht wagte, ihn unbefangen zu grüßen.“

Zum anderen versteht er es aber auch ebenso lakonisch als auch melancholisch einen sehr berührenden Sachverhalt neuzeitlich zu beschreiben:

„Morgen wird die Wohnung der Eltern aufgelöst. Morgen wird meine Kindheit entrümpelt.“

Und zum selben Thema an anderer Stelle, die dem Buch denn auch seinen Titel gab:

„Die Auflösung der Wohnung zieht aus jedem Winkel, jedem Gegenstand Herkunft hervor.“

Und es finden sich viele Einsichten über die Kindheit und Jugend, die man nur im vorgerücktem Alter gewinnt:

„Man erinnert sich einer Zeit, da man noch den Schutz der Zukunft genoß (!): die Dinge, wie man ihnen auch begegnete, sie standen bevor.“

Sowie:

„Nie hast du Unglück so hart und pur empfunden wie in der Unruhe und Quere des Aufwachens.“

Und an anderer Stelle etwas allgemein Lebensphilosophisches:

„Immer formt Schicksal eine tiefere Einsicht, als die Intelligenten, die seine Macht nie zu spüren bekamen, sie für sich in Anspruch nehmen dürfen.“

Mir sehr zu Herzen ging Botho Strauss Erinnerungen an die Hände des Vaters, wie er sie bewegte und welche Haltung Hände und Gestus vermitteln. Die sehr detaillierte Behandlung des Themas „Hände“ kulminiert am Ende in der Feststellung:

„Heute sind Hände nicht sehr gefestigt, … scheinen (…) sich zu schämen und werden schnell unruhig.“

Eine Beobachtung, die ich nicht gleich bestätigen würde wollen, jedoch für durchaus plausibel erachte.

Nicht zuletzt gibt Botho Strauss auch seinen zukünftigen Biografen deutliche Hinweise auf die Trigger, die ihn in seiner Jugend zur Literatur und Theater sich hinwenden ließen. Denn seinem Elternhaus verdankt er das nur sehr bedingt. Weit mehr Einfluss hat ein Lehrer namens Telkrath, dessen „ästhetische Erziehung ich genoß und der mich vom „Bravo“-Leser (Hört, hört!) zum „Tristan“-Schwärmer veredelte.“

Und er bläst ein wenig in das Horn der Kritiker, die ihm eine gewissen reaktionären, machtopportunistischen Zug zusprechen – doch meines Erachtens sich sehr souverän einer solchen politisch gewollten Zuordnung entziehend:

„Vielleicht weil ich nie ein fröhlicher Waisenknabe der Rebellion war, der den Vater los sein wollte und dem sein Lebtag der Wutschweiß ausbricht, wenn ihm Macht als Machtperson begegnet, neige ich zu der Ansicht, daß Macht vielen, die sie nicht besitzen, das Leben besser sichert als Macht, in die sich viele teilen. Aber das sagt jemand, dem Autorität immer nur genützt hat, dem in Erziehung und Beruf Vorbild, Meisterschaft und Anführung selbstverständlich waren und den sie immer nur gefördert und niemals unterdrückt haben.“

Allen jungen Menschen, die derzeit noch auf der Suche nach herausragender Literatur sind bitte ich, diesem Buch mit Wohlwollen zu begegnen und sich auf den manchmal etwas irritierend ältlichen Stil einzulassen. Vielleicht lädt euch diese das letzte Kapitel einleitende Textpassage ein, das Buch zu lesen

„Zähmung der Erinnerung, Dressur der Wehmut ist unvermeidlich, wenn man etwa einem jungen und unbekannten Menschen etwas von früher erzählen will. Eigentlich gelangt man ja nur nach Hause in verschwommenen, undisziplinierten Empfindungen. Fügt sich die Erinnerung, so schwindet sie schon.“

Zum Schluss verspreche ich jedem, der dieses Buch liest, dass er noch nie eine so beeindruckend literarische Beschreibung eines Briefbeschwerers gelesen hat, die zukünftig exemplarisch – ob akademisch oder künstlerisch – für viele zukünftige Generationen sein wird, die sich mit dem Schreiben befassen. Eben große Literatur.

Nachtrag: weitere Rezensionen, die ich bislang finden konnte:

Bei Lesarten das andere Literaturmagazin.

Im Schnitt besitzen wir 10.000 Gegenstände.

Niko_paechVor einem Jahr bekam ich von meinem Bruder Niko Paechs Buch „Befreiung vom Überfluss“ geschenkt, Untertitel „Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“. Kurz zuvor hatte ich ein Portrait des Autors in irgendeiner ARD Sendung kurz vor Mitternacht gesehen. Und schon da befürchtete ich, dass er mit seinen Thesen den perfekten Marketingknopf gedrückt hat – wobei ich ihm nicht mal Kalkül unterstelle, sondern den Medien.

Ich las das Buch und schwankte damals, ob ich es überhaupt rezensieren soll. Denn letztlich sind seine Thesen derart schrullig, dass man sie nicht mal in einer radikal ökologischen Partei wie der ÖkoLinX (echt coole website) mit der alleinigen Parteivorsitzenden Jutta (von) Ditfurth (ja, sie agi(ti)ert noch immer) aufgreifen würde.

Doch dann entschied ich mich für eine Rezension in Briefform, in der stillen Hoffnung, den Autor oder zumindest seine Evangelisten zu einem Dialog zu bewegen. Das war natürlich naiv, da er (und die anderen wohl auch) fast gar nicht am virtuellen Teil des Lebens teilnehmen.

Doch nachdem ich bei einem Blick auf amazon feststelle, dass dieses Buch noch immer Nr. 2 in Bücher, Business & Karriere, Wirtschaft, Wachstum ist, entschied ich mich, noch mal meinen Brief zum Buch offen zu machen:

Lieber Niko Paech,

ich habe Ihr Buch von der Befreiung des Überflusses gelesen und falle gleich mit meiner Frage ins Haus: meinen Sie das alles wirklich ernst? Sicher gibt es vereinzelte Menschen wie Sie, die sich konsequent in Enthaltsamkeit üben werden. Denen sei dieses Buch als stärkender Wegbegleiter gegönnt. Denn der Weg, den sie gehen werden, wird ein sehr einsamer sein. Irgendwo aber findet sich dann sicher ein abgelegenes Örtchen – wohl in Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen -, wo sich Gleichgesinnte zusammenfinden, um eine Idylle zu schaffen, wo sie dann hoffentlich unbehelligt von unserer demokratischen Konsenspolitik ihr postökonomisches Dasein glückselig geniessen dürfen.

Doch genug der Polemik. Ich habe Ihr Buch gerne gelesen. Es ist gut, wenn auch nicht einfach zu lesen. Mit vielen vermittelten Einsichten stimme ich überein, die Schlussfolgerungen sind fast zwingend und die daraus folgenden Forderungen konsequent. Doch allesamt nicht mal bei einer signifikanten Minderheit durchsetzbar. Ihre eigenen Zweifel leuchten durchweg durch jede Zeile und ich frage mich, was bezweckt er nun mit diesen Thesen? Wenn es letztlich das Kalkül ist, dass man am Ende davon nur 10% durchsetzen kann und damit sein Ziel erreicht, ist es gelungen. Alles darüber hinaus liesse mich an Ihrer soziologischen Kompetenz zweifeln.

Überzeugend finde ich den Verweis darauf, dass es einen ökologischen Imperativ nach Kant geben sollte: nutze nur soviel Ressourcen wie du jedem Menschen auf der Welt und den Menschen zukünftiger Generationen zugestehen bzw. zusichern kannst. Das ist philosophisch gut, aber ebenso weltfern wie es Kants kategorische Imperativ bis heute noch ist.

Auch die konkrete Forderung pro Person nicht mehr als 2,7 t CO2 p.a. zu verbreiten (11 t sind es aktuell in Deutschland), ist schon mal ein Nachdenken wert – auch wenn die Erfüllung nicht ausreichend ist, um alle Ressourcen zu schon.

Dankbar bin ich für solche nachdenklich stimmenden Hinweise, dass z.B. im Durchschnitt jeder Bundesbürger über 10.000 Gegenstände besitzt. (Wenn ich allein an die Anzahl unsere Bücher im Drei-Personen-Haushalt denke, sind wir wohl klar überdurchschnittlich) Oder das wohl jeder Westeuropäer ca. 50% Umweltverschmutzung im Ausland betreibt.

Hanebüchen dagegen finde ich u.a. Ihre Forderung nach einer Bodenreform, euphemistischer Ausdruck zur Enteignung der Grundbesitzer. Ähnlich geht es mir mit Ihrer gewünschten Bildungsreform, die dazu beitragen soll, die Jugend wieder sesshaft zu machen und ihr Glück nicht in der Ferne zu suchen.

Da ich mich in den Siebzigern intensiv und mitgerissen mit den Thesen des Club of Rome beschäftigte und nüchtern heute erkennen muss, dass nichts davon nur annähernd eingetreten ist, erachte ich auch das von Ihnen apokalyptische Szenario für realitätsfern. Dennoch erkennen ich die Notwendigkeit an, dass wir Menschen anders haushalten müssen.

Ich für meinen Teil habe eine wesentliche Konsequenz vor Jahren gezogen – und nicht nur aus ökologischen Gründen: das einzig was hilft, ist Einkommensverzicht. Alles andere regelt sich dann von selbst. Doch zu meiner Lebensentscheidung würde ich niemals andere bekehren wollen – zu schwer und riskant ist sie.

SPIEGEL_TITEL_UEBERFLUSSSind Sie eigentlich schon zu Ihrem Dekan gegangen und haben um eine Gehaltserniedrigung gebeten und auf Ihre Pensionsansprüche verzichtet? Und warum kostet das Buch noch immer € 15,– und ist das eBook nicht umsonst. Das ist nicht polemisch gemeint, sondern ernst. Denn alles, was Sie verdienen und an Umsatz erzeugen, treibt das Wachstum. Denn es ist Geld, was in den Kreislauf gerät und wiederum investiert wird. Ich denke, mit Ihnen und vielen Ihrer Evangelisten wird im Moment schon einiges an Geld verdient. Denn Sie liegen einfach voll im Trend. Geben Sie mal Niko P in Google ein. Da sind Sie der erste Ergänzungsvorschlag.

Abschliessend noch: Wie sie so schön schreiben: „Die Ratgeberliteratur boomt – aber die Ratlosigkeit noch mehr.“ Und mit dieser Ratlosigkeit entlässt mich Ihr Buch. Denn alle Lebenserfahrung sagt uns, dass Ihre vorgeschlagene Verzichtserklärung nicht mehrheitsfähig ist. Und damit Blicke ich mehr denn je fatalistisch in die Zukunft meines siebenjährigen Sohnes.

Ich würde mich freuen, wenn Sie zumindest meinen Sohn überzeugen könnten. Was würden Sie ihm denn raten, ausser dass er seine Eltern auffordert: Lass uns in eine 3 Zimmer-Wohnung ziehen, Klavier, Chor und Fussball beenden, Auto abschaffen und bitte, bitte nicht mehr soviel reisen. Wozu muss ich denn zu unseren Freunden und Verwandten in USA, China und Vietnam?

Mit herzlichem Gruß

Thomas Brasch

Buchliebe: Nichts Gutes, außer man tut es.

Geschenkbuch

Ich wünsche mir eine „Book-Gift-Challenge“ zu Weihnachten.

Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft. Buchgeschenke aber noch mehr.

In diesem Jahr sind die Wogen des digitalen Sturms in dem der alte Buchbranchen-Dampfer schippert, noch mal richtig hochgeschwappt. Auf Deck wurde heftig debattiert, geschimpft, gebasht und offene Briefe wurden geschrieben. Jetzt ist es an der Zeit, Wunschzettel zu schreiben.

Mein Wunsch ist es, dass sich alle sentimentalen Buchliebhaber von ihrem analogen Ross hinunter- und sich von Buch-Bloggern und Buch-Netzwerkern an die Hand nehmen lassen, um im Netz viral was fürs Buch und die Autoren zu tun.(Nachtrag: Mir geht es einzig darum, Buchliebhaber zu aktivieren. Es wurde jetzt das ganze Jahr gejammert und der Goliath amazon verteufelt. Am besten zur Wehr setzt man sich, wenn man aktiv selbst in der Netzwelt agiert und für seine Leidenschaft trommelt. Wenn alle Buchliebhaber im stillen Kämmerlein sitzen und in die gedruckte Tageszeitung fluchen, dass das Ende der Buchkultur bevorstünde, hört es höchsten der Nachbar. Wer ein Buch als Geschenk anstatt einer Flasche Wein, einer CD oder einer DVD bevorzugt, sollte es verkünden. Das Internet ist nicht Fluch, sondern vielleicht die letzte Hoffnung für eine wachsende Buchkultur. Ansonsten stirbt sie ja bekanntlich zuletzt.)

Welche beeindruckenden Aktionen das Netz uns ermöglicht, hat vor kurzem die Ice-Bucket-Challenge gezeigt. Sicher braucht es das nicht im Wochentakt wieder. Doch demnächst steht die große Zeit des Buches an: Weihnachten. Eine Chance, die wir Buchliebenden nicht verstreichen lassen sollten. Deshalb wünsche ich mir eine vergleichbare Aktion für das Buch – gleich, ob eBook oder Print und völlig egal, welches Genre. Einzig wünschenswert wären aktuelle Bücher von lebenden Autoren, denen die Aktion dann auch zugute kommt.

Mein Vorschlag ist eine Initiative, die lauten könnte:

#Buchgeschenk-aus1mach3

Ich schenke öffentlich in meinem Netzwerk drei Freunden je ein ausgewähltes Buch. Das verbinde ich mit dem Wunsch, dass die Beschenkten auch wiederum drei Bücher auswählen sollen und diese dann ebenfalls öffentlich an drei Freunde mit der gleichen Bitte verschenken. Und so fort.

Sicher gäbe es noch alternative Mottos (oder Motti) wie z.B.

Ich-schenk-Dir-ein-Buch

Ich-schenk-ein-Buch-mehr

Ichschenkwasmitbuechern

book-gift-challenge

Aus-Liebe-zum-Buch

Unter welchem #Hashtag auch immer diese Aktion die Runde macht, ich wünsche mir nur, dass alle aus ihrer Liebe zum Buch ein öffentliches Ereignis machen. Und die Weihnachtszeit bietet dafür den schönsten Anlass.

Es steht jedem frei, wie sie/er seine Buchgeschenke präsentiert. Ein einfacher Post auf Facebook, eine ausführliche Beschreibung zu jedem Buch oder ein Video vor seiner Lieblingsbuchhandlung, wäre mir gleich. Hauptsache, es wirkt.

Wichtig ist nur, dass die ausgewählten 3 Freunde keine Netzwerk-Muffel sind. Denn dann gerät das ganze schnell ins Stocken.

Mein Weihnachtswunsch wäre damit schon erfüllt. Und wer sich dafür ebenso begeistern kann, teilt bitte dieses gemeinsame Ansinnen. Vielleicht finden sich dann bald auch ein paar Prominente, die das mit viraler Macht unterstützen. Mir wäre selbst Jeff Bezos willkommen.

Doch viel mehr würde ich mich freuen, wenn u. a. alle Buch-Blogger, alle Autoren und sonstigen Buchbegeisterten, die sich in diesem Jahr so engagiert haben, auch bei dieser Aktion dabei wären.

Und wenn es denn noch etwas konzertierter werden soll, kann man ja die anstehende Buchmesse nutzen, um sich abzustimmen. Bin gern dabei.

Deutschlands Autoren im Wolken-Kuckucksheim

WolkenkuckkucksMan, warum mische ich mich da wieder ein? Bin weder Autor, Verleger noch Buchhändler, ich bin nur Leser – seit gut 40 Jahren. In dieser Zeit habe ich einiges gelesen, auch viel und gern von jenen Autoren, die derzeit mit Vehemenz und Larmoyanz die Entwicklung auf dem Buchmarkt beklagen. Verantwortlich dafür, dass es jetzt so ist, wie es ist, ist auch der Ort, in dem sich viele dieser Autoren seit Jahren befinden: im Wolkenkuckucksheim. Und das musste ich dann doch noch mal los werden.

Im Neuland leisten die etablierten Autoren den geringsten Beitrag zur Förderung des Lesens und der Literatur.

Daran, dass Literatur überhaupt noch relevant wahrgenommen wird, haben die etablierten Autoren in jüngster Vergangenheit den geringsten Anteil. Schon immer wurde der Einfluss von Literaten und Literatur auf die Gesellschaft maßlos überschätzt. Doch mit dem radikalen Wandel der Medien, verkriechen sich immer mehr Autoren schmollend im elitären Biotop des Buchmarktes, lassen sich vom ebenso einflusslosem Feuilleton hätscheln und gerieren sich – wie aktuell – als ritterliche Gralshüter von Tugend und Moral. Nur wenige der etablierten Schriftsteller stellen sich den Herausforderungen der Neuzeit und erweitern ihrer literarische Kampfzone für den Erhalt von guter Literatur. Das müssen andere übernehmen: ihre Leser und manche Buchhändler.

Zumindest stelle ich mich – wie viele ähnlich begeisterte Leser und auch einige Buchhändler(innen) – den Herausforderungen, die uns das Neuland stellt. Meine persönliche Herausforderung sehe ich darin, meinen siebenjährigen Sohn, meine Teenie-Patenkinder, meine Freunde und Bekannten und auch einige Unbekannte mit meiner Lust und Leidenschaft für Literatur sowie der Begeisterung über aktuelle Buchtitel anzustecken.

Dafür wende ich gern viel Zeit auf. Ich lese stundenlang vor, ich schreibe Rezensionen auf amazon und neuerdings im eigenen Blog, ich twittere, like und retweete Empfehlungen von anderen Bloggern und Feuilletonisten, ich verschenke Unmengen von Büchern und lenke bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gespräche auf – meiner Ansicht nach – lesenswerte Literatur. Dafür versuche ich auch mein virtuelles Netzwerk auszuweiten, wie es nur geht, Herr Grass. Es ist mühsam, nicht immer dankbar, aber mir ist es das wert.

Warum mache ich das? Zuvorderst aus einem Grund: ich will kein einsamer Leser sein. Ich will mich über Gelesenes austauschen, mehr verstehen und gern auch diskutieren. Ich lese nicht nur, um dem Alltag zu entfliehen oder mit dem Autor in bester Gesellschaft zu sein oder meine Bildungsbürgertapete zu verschönern. Ich lese auch, um Denkanstöße zu erhalten, die auch gern mal heftig vor den Kopf gestoßen werden. Ich lese auch, um meine Vorurteile und Klischees kritisch zu reflektieren. Aber auch, um über die von einigen Autoren kräftig den Kopf zu schütteln. Und ich lese, um die ständigen Veränderungen und Herausforderungen unserer Gesellschaft besser zu verstehen, ihnen begegnen zu können und mich mit anderen auszutauschen. Dabei versuche ich, mir nicht immer nur mein selbstgebasteltes Weltbild bestätigen zu lassen.

Deutschlands Literaturelite hat Null-Bock auf Neuland.

Solch beschriebenes Selbstverständnis von Literatur und Lesen vermisse ich bei einer großen Zahl von Autoren. Schon lange wächst bei mir die frustrierende Erkenntnis, dass viele nur noch einen elitären bildungsbürgerlichen Glaubenskrieg führen wollen, der jetzt akut in der Verteufelung von amazon gipfelt. Es wird ganz deutlich, dass viele Autoren gänzlich die Säkularisierung der Medien verpasst oder ignoriert haben und auch den Anschluss an die Neuzeit verweigern. Wenn jemand das Grab für die Buchkultur schaufelt, dann besonders diese wachsende Gruppe an kulturpessimistischen Eigenbrötlern, erzkonservativen Medienignoranten und selbsternannte Glaubenskämpfern für das Gute, Wahre, Schöne.

Viele Autor(innen) würden ihren Kindern eher eine xbox oder Playstation kaufen als einen eReader.

eReader_buchSeit den ersten eReadern in den 90er erachtet die Mehrheit der etablierten Autoren es als blasphemisch, ihre Werke darauf zu lesen. Es erwächst aktuell eine Generation an Lesern, die in diesem elitären Literatenmilieu Abbitte leisten müsste, dass sie digitale Formen bevorzugt und den Download schätzt. Ich befürchte, dass bald die Hardliner unter den Autoren noch als Exorzisten in die Schulen eingeladen werden, um die abtrünnige Jugend von diesem verführerischen, jedoch unmoralischen Weg wieder zurück zum tugendhaftem Einkauf in die Buchhandlung zu lenken.

Und hinzu kommt noch der ungebrochene Glaube der literarischen Zunft an die feuilletonistische Kraft. Der Glaube demonstriert die wachsende Weltferne, die nicht begreifen mag, wer zukünftig Einfluss nimmt, was gelesen wird. Ein oberster Vertreter dieser Weltferne ist der PEN Präsident Josef Haslinger, der in seinem Interview allen ernstes über das Selbstpublishing bei amazon sagt:

„Amazon sorgt eher dafür, dass sie auf dem Abstellgleis landen. Wann haben Sie je im Feuilleton eine Rezension über ein Buch gelesen, das nur bei Amazon erschienen ist? Man ist von vornherein in einem relativ amateurhaften Ambiente gelandet. Zwar kommt man leicht zu einer Veröffentlichung, aber man wird von der seriösen Buchkritik nicht beachtet.“

Also bitte, Herr Haslinger. Der Einfluss des Feuilletons auf den Erfolg eines Buches geht nach meiner Beobachtung gegen Null. Aber dafür ist der Einfluss von leidenschaftlichen Lesern, die bloggen, Rezensionen verfassen, verleihen und verschenken und virale Empfehlungen verbreiten deutlich gestiegen. Und dass dem so ist, verdankt sich weder dem traditionellem Buchhandel, noch den Autoren oder den Verlagen und auch nur indirekt amazon. Der Erfolg von Büchern verdankt sich zunehmend der Aktivität ihrer begeisterten Leser, die sich die neuen technischen und viralen Möglichkeiten angeeignet haben und jetzt immer intensiver nutzen. Hingegen sind viele etablierte Autoren kaum in den neuen Medien aktiv. Vielleicht empfinden es einige ja auch als Abstieg aus ihrem Olymp, sich ganz profan und direkt mit ihren Lesern auszutauschen.

Liebe etablierte Literaten, wenn ihr kein Bock habt am öffentlich Diskurs teilzunehmen, dann schreibt zumindest Bücher, die uns Leser nachdenklich machen, uns vor den Kopf stoßen, uns dazu bringen, in den neuen Medien heftig zu diskutieren und für Euch, für die Literatur und für das Lesen zu kämpfen. Und auch wenn es euch nicht gefällt, doch wie man an den Sarrazins und Pirinçcis sieht, ist der Einfluss der Leser auf den Erfolg von Büchern deutlich größer als der von Feuilletons, stationärem oder online Handel. Und zu guter Letzt: habt endlich die Reife, zu erkennen, dass ihr und wir nicht zu der auserwählten Generation zählen, die den Zenith der Kulturgeschichte erlebt. Auch unsere Kinder werden noch jede Menge zur Kulturgeschichte beitragen, das sich zu lesen, zu sehen und zu hören lohnen wird.

Ich bin doch nicht blöd!

Folie1In den wenigen Tagen, in denen die Feindbild trunkene Debatte zur Zukunft des Buchmarktes aktuell tobt, fällt es zunehmend schwerer nüchtern zu bleiben – mir und offenbar auch vielen Autoren. Was Daniel Kehlmann und Jan Brandt noch draufpacken, entlarvt, dass es vielen Autoren eben nicht nur um einen fairen – besser wäre wohl kaufmännisch ehrenhaften – Umgang aller Teilnehmer auf dem Buchmarkt geht, sondern um die Diabolisierung eines einzigen globalen Marktteilnehmers. Manchmal glaube ich fast, Schriftsteller haben zu viel Paranoia-Literatur gelesen. (Nachtrag in der Debatte und super auf den Punkt gebracht: „Mitleid ist kein Marketingkonzept“ Markus Hatzer vom Haymon-Verlag Markus)

Um es an dieser Stelle noch mal deutlich zu machen: mir ist amazon schnuppe. Ich bin da ganz unfair. Ich wähle häufig amazon, weil es mir nützlich ist. Doch die Alternative zu amazon ist für mich nur ein Klick weiter. Meine ersten eBooks – wie die angesprochene Entdeckung von Nele Neuhaus – habe ich nämlich bei iBooks erworben. Ich hatte ein iPad und sah keine Notwendigkeit, mir auch noch einen kindle zuzulegen. Doch dann erfuhr ich, dass Apple und die Verlage in USA sich unlauter abgesprochen hatten, um amazons langfristige Strategie zu blockieren, eBooks wie Musikalben auf einen Durchschnittspreis $ 9,99 zu bringen. Daraufhin hab ich meine Marktmacht genutzt und mir dann doch noch einen kindle zugelegt, weil ich das „unfair“ fand. Und morgen kaufe ich mir vielleicht einen Tolino, wenn amazon nicht so spurt, wie ich das als Kunde will.

Buchmedien

Meine geliebten Contentträger: Notizbuch, Hardcover, eReader und Tablet. Übrigens Ursula Krechels „Landgericht“ gibt es jetzt endlich als günstiges Taschenbuch. Sehr zu empfehlen.

Amazon hatte damals die gleiche Strategie anwenden wollen, wie zuvor Apple bei Musik als sie alle Titel auf $ 0,99 bepreisten. Zu Beginn hat das Apple mit fehlender Deckung der Musiklabel gemacht. Apple hat Druck aufgebaut, auf die Kundenmacht gesetzt und ist dennoch ein horrendes finanzielles und unternehmerisches Risiko eingegangen. Es hätte ja auch schief gehen können, wenn die anderen Marktteilnehmer bei diesem Poker gewonnen hätten.

Wäre ich Aktionär von amazon, würde mich das derzeit sehr nervös machen. Denn als Investor und Berater in den neuen Märkten und Medien, weiß ich, wie schnell ein Unternehmen, das eben noch als Rising Star erachtet wurde morgen schon zu den armen Hunden gezählt wird. Doch als Kunde bin ich unfair oder wie man in einem anderen Markt ja gerne sagt: Ich bin doch nicht blöd!. Ich wähle einfach das, was ich für besser oder günstiger erachte.

Und so gestehe ich, dass ich in den 80er unserer großen Sortimentsbuchhandlung im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen den Rücken kehrte als Hugendubel in der Innenstadt eröffnete. Doch zugleich eröffnete auch das Lesecafe mit angeschlossener Buchhandlung, mit einem sehr spitzen belletristischen Sortiment. Da bin ich dann ebenso oft hingegangen, habe mich mit den Buchhändlern intensiv ausgetauscht, später angefreundet und mich als Student stundenlang bei einem Kaffee lesend in ihr Cafe gesetzt und mir dafür aber auch ein Buch dort gekauft. Das Lesecafe gibt es heute noch und läuft – soweit ich das weiß – weiter gut. Leider bin ich nur noch selten in meiner alten Heimat, aber wenn, dann immer wieder dort.

Und abschließend noch: was ist denn z.B. daran fair, wenn Verlage, wie Bonnier, heute ihre eigene eCommerce-Seite betreiben und ich dort die Bücher am Handel vorbei für den gleichen Preis erwerbe. Bekommen dann die Autoren das Geld, was ich dem Verlag gegenüber dem Handel erspart habe?

Leute, ich bin doch nicht blöd!