Hier geht´s um die Wurst. Essays von Uwe Timm.

UweTimmEigentlich finde ich die Analogie des Essens, wenn es um Literatur geht, ziemlich unappetitlich. Das Buch sei was für literarische Feinschmecker, man habe den Roman verschlungen oder das Buch mache Hunger auf mehr erwecken in mir unangenehme Assoziationen. Aber das ist Geschmacksache. Bei Uwe Timm liegt es jedoch sehr nahe ans Essen zu denken. Denn mit seiner Geschichte über „Die Entstehung der Currywurst.“ wurde er nicht nur mir sehr bekannt.

Seither hat er noch zahlreiche Romane geschrieben, von denen ich u. a. „Rot“, „Kopfjäger“ und „Vogelweide“ gelesen habe – mir allesamt sehr lesenswert in Erinnerung. Nun gab er ein Büchlein mit einigen Essays raus, die im erweiterten Sinn alle um die literarische Wurst kreisen. Eingeführt wird mit einer kurzen Würdigung des Vaters der essayistischen Kunst: Michel de Montaigne. Zu Montaigne las ich vor einiger Zeit Sarah Bakewells „Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten“, dass mir eine sehr gelungene Einführung zu Montaigne scheint. Und ein abschließendes Zitat aus diesem ersten Essay las ich in der Besprechung der SZ, das mich dann zum sofortigen Kauf des Buches bewegte:

„…die Bücher. Sie stammen von Toten und aus ihnen sprechen Tote. Wer sie in der Bibliothek des Turms ergriffen hat, der erfüllte sie lesend mit Leben, zugleich aber raubten sie dem Lesenden etwas von seiner Lebenszeit. Und so trieben die Bücher nicht nur in diesem Turm ihr vampirhaftes Wesen, sondern tun es in jeder Bibliothek, so modern verglast und lichtdurchflutet sie auch sein mag.“

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