Warum sind wir heute so wie wir nie sein wollten?

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Die letzten Tage waren einen traurige Bestärkung für das, was ich seit längerem als These vertrete. Die Gesellschaft setzt sich überwiegend aus unpolitischen Menschen zusammen, die sich vor allem nur eines wünschen: gesicherten, wachsenden Wohlstand. Ethik, Moral, Gleichstellung und Minderheitenrespekt erachten sie als Gesinnungsluxus.

Nein, es ist nicht Brechts „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“ Da suggeriert man ja noch, es lebten große Teile in der Angst, morgen vielleicht hungern zu müssen. Alles, was heute die Leute ängstig, ist fehlende Zuversicht, ob morgen ihr bisschen Wohlstand noch gesichert ist. Und diese keimende Angst wird ihnen von einer „aufgeklärten“, zukunftspessimistischen Minderheit stetig bestätigt, die sich überwiegend in einem Milieu verortet, das davon überzeugt ist, dass man mit dem linken Auge besser sieht. Einem Milieu, mit dem ich mich verbunden fühle, wenn auch ab und an zwiegespalten.

Das Milieu aus, dem ich stamme und das ich in den Siebzigern sehr genossen habe.

Es ist das Milieu, das seit Jahren über die Grenzen des Wachstums doziert, das eine Unvereinbarkeit des Kapitalismus mit Ethik und Moral erklärt, das unablässig materiellen Verzicht und Schonung der Ressourcen predigt und jede politisch inkorrekte Entgleisung empört an den Online-Pranger stellt. Es ist das Milieu, aus dem ich stamme und das ich in den 70iger Jahren sehr genossen habe. Es ist aber auch das Milieu, das derzeit in Erwartung eines Donald Trump als US-Präsident in kreischende Panik gerät, zugleich aber nur die Schultern zuckt, wenn es erkennen muss, dass im eigenen Land tausende Türken der dritten Generation leben, die dem türkischen Despoten Erdogan huldigen und damit ihren Offenbarungseid leisten, dass ihnen die Integration hier am A… vorbei geht.   Weiterlesen

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