Flieg, Esel, flieg!

ARD-StudieDer Legende nach war Thomas von Aquin ein naiver, weltferner Zeitgenosse und wurde deshalb von seinen Klosterbrüdern gerne verhohnepiepelt. So sollen sie einmal am Fenster stehend dem am Tisch sitzenden Thomas zugerufen haben:

„Schau mal Thomas, da fliegt ein Esel.“

Er eilte zum Fenster und erntete daraufhin jede Menge Hohngelächter. Seine anschließende Bemerkung sollte jedoch die Brüder verstummen lassen:

„Eher glaubte ich, dass ein Esel fliegen kann als das mich meine Brüder derart hinters Licht führen.“

So naiv wie dieser Thomas war auch ich. Und zwar gegenüber den Medien, insbesondere den öffentlich-rechtlichen und großen, überregionalen Tages- und Wochenzeitungen. Jahrzehntelang verstand ich diese „unabhängigen“ Medien als aufklärerische Institutionen, als publizistische Vorinstanzen im demokratischen Meinungsbildungsprozess.

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