Zur bombastischen Wirkung von Literatur

FullSizeRender-1Mit „Munk“ legt der argentinische Schriftsteller Ricardo Piglia Feuer an die Lunte eines literarischen Pulverfasses, dessen bombastische Wirkung mich und andere Leser am Ende bei NSA & Co. verdammt verdächtig macht. Denn was zunächst als harmlos intellektueller Campusroman beginnt erweist sich im weiteren Handlungsverlauf als Thriller vor dem Hintergrund realer tragischer Ereignisse. Und das verführt dann zu verdächtiger Recherche nach vergangenen Terrorakten via Google. In meinem NSA-Dossier werden nun Namen wie Theodore Kaczynski, Mark David Chapman, Anders Behring Breivik sowie Suchanfragen wie „Terror in der Literatur“ etc. auftauchen.

Dieser Roman bietet ein Sammelsurium an Indizien, die uns davor warnen, die Wirkung von Literatur zu verharmlosen. In einer literarischen Chronik schildert Emilio Renzi – Hauptfigur und Ich-Erzähler – rückblickend wie er als Gastdozent der Literaturwissenschaften an einer Elite-Uni nahe New York in den Strudel eines möglichen Terroraktes hineingezogen wurde. Eine angesehene Literaturprofessorin, mit der er ein intimes und etwas skurriles Verhältnis eingeht, stirbt wenigen Wochen später bei einem mysteriösen Autounfall. Weiterlesen