Youtube ist kein Kita-Platz

mindyourhead

Liebe Schutzpatrone unserer Youtuber-Jugend,

nachdem ich meine Grenzen widerspruchsloser Toleranz gegenüber „Sara Bow & Co.“ beschrieb, bekam ich u. a. die Rückmeldung, ich würde den Fans von Sara vor den Kopf stoßen. Das habe ich zwar mit meinen Beitrag eigentlich nicht gemacht, da ich ihn gar nicht an die Fans adressierte. Dennoch würde ich auch sie vor den Kopf stoßen. Jedoch nicht ungefragt.

Jetzt bekommt gerade LeFloid auch harsches Feedback für die recht schnarchige Einlage mit unserer Bundeskanzlerin. Das wiederum löst bei vielen Kommentatoren dann gleich wieder einen ähnlichen Welpenschutz-Reflex wie bei Sara aus und sie springen ihm verständnisvoll bei.

Da ich der Ansicht bin, dass auch die neuen, jungen Medien keine Kita-Plätze sind, sollten wir hier mal die sich tummelnde Jugend sich selbst mit dem Feedback überlassen – wie z. B. auch dem vom Blogger Sosojaja, der hofft, dass Florian Mundt noch hinzulernen mag. Denn wir wollen doch LeFloid wünschen, dass er nicht zum ersten Johannes B. Kerner der Generation Youtube wird. Alt genug sind sie ja alle zu entscheiden, was sie davon annehmen wollen und was nicht.

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Sara! Mir graut’s vor dir.

BuchtuberJa, die Buchtuberin Sara Bow und einige andere machen das klasse – die machen nämlich Kasse. € 800,– im Monat ist zwar nicht die Welt (mit Lippenstiften verdient man eigentlich besser), aber sie liebt halt Bücher. Da verzichtet man auch mal, wenn es der Sache dient.

Zu diesem Buchtuber Phänomen „Sara Bow & Co.“ hatte die SZ einen Artikel, nein besser ein Portrait veröffentlicht. Sympathisch und beruflich abgeklärt kommt die 21-jährige Bloggerin – also Generation von Ronja von Rönne – rüber. Und zweifellos hat sie digital-ökonomisch alles richtig gemacht. Respekt.

Deshalb hatte nicht nur ich gestern den Artikel auf Facebook gepostet, sondern allein in meinem Kreis auch zehn andere und es gab eine recht rege Reaktion darauf. Der Tenor war – etwas überraschend für mich – recht wohlwollend: Ist doch ok, lass sie doch. Es ist doch gut, wenn die überhaupt Bücher ins Sortiment nimmt. (Sie ist ja eigentlich Mode & Kosmetik Bloggerin) Und überhaupt, wenn es einem nicht gefällt, sollten sich mal die anderen Literatur-Blogger mit ihrer Anspruchshaltung was Besseres einfallen lassen. (Vielleicht so was wie Felix Wegener und Harald Link mit BOOKMARKS?)

„Die machen ja keine Buchkritik, die wollen ja nur empfehlen und verkaufen.“ war auch eine Rechtfertigung. Ähm ja, aber die Qualität der Urteile? Auf diesen Einwand gibt es umgehend eine erschlagende Antwort:

„Wer sagt denn eigentlich, was gute oder schlechte Literatur ist?“

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