Zehn Bücher, von denen ich mir wünschte, dass Frauen sie gelesen haben.

Bildschirmfoto 2015-03-31 um 22.14.30Ruth Klüger hat vor Jahren mal einen Essay zu einem heiklen Thema verfasst: Frauen lesen anders. Das hab ich mir jetzt antiquarisch bestellt. Bin gespannt. Gekürzt findet man ihre Gedanken auch noch in einem älteren Beitrag der Zeit.

Sie spricht einen Aspekt in der literarischen Rezeption an, der meines Erachtens nur sehr selten betrachtet wird und mir schon immer etwas rätselhaft war: das Ungleichgewicht von männlichen Autoren, die über männliche Protagonisten schreiben, die mehrheitlich von Frauen gelesen werden.

Sicher, in der Literaturwissenschaft und der anspruchsvollen Literaturkritik gilt der Aspekt der Leseridentifikation mit dem Protagonisten als zweitrangig und dessen kritische Würdigung als verpönt. Er „wird uns“, wie Ruth Klüger schreibt, „als eine kindliche Vorstufe des reifen, kritischen Lesens ausgelegt.“ Doch in dieser Adoleszenz verharrt die Mehrheit der Leser, wie die Buchbesprechungen von uns Sonntags-Rezensenten auf amazon, LovelyBook & Co. offenbaren. Weiterlesen

The Party’s Over. Danke, Leipzig.

FullSizeRender_21Ich gehöre der Generation von „Sven Väth“ an. Der wird dieses Jahr 50 und ist noch immer eine Größe im Party-Geschäft. Mit ihm habe ich – ein bisschen Namedropping sei mir gestattet – vor 30 Jahren in meiner Geburtsstadt Frankfurt im angesagtem Club „Omen“ die Nächte durchgefeiert und am nächsten Morgen gemeinsam vor der Uni am späten Vormittag im Cafe Bastos gefrühstückt. Und, man mag es kaum glauben, wir unterhielten uns über aktuelle Bücher, die wir gerade lasen.

Generation der Tag- und Nachtschwärmer

Schon damals liebten wir es, das eine zu tun ohne das andere zu lassen: die Nächte mit Party bis zum Rauswurf und am Tage dann über Sten Nadolnys „Die Entdeckung der Langsamkeit“ zu schwärmen. Literatur war in meinen jungen Jahren ziemlich cool. Es gehörte zum „urbanen Lifestyle“ und – neben Rauchen – war auch Lesen in der Öffentlichkeit eine charmante Einladung zum Flirten. Heute ist Rauchen eher ein Ausschlusskriterium und Bücher mit viel versprechenden Titeln (z. B. Henry Millers „Stille Tage in Clichy“) in attraktiven Händen sind weitgehend Smartphones gewichen.

Statt roter Teppich eine liebenswerte Vera.

Doch bloß keine Wehmut, selbst wenn das auch für die derzeit populärste Literaturparty in Deutschland gilt: der Leipziger Buchmesse. Hier war auch jede Menge gute Stimmung, die eifrig per Smartphone verbreitet wurde. Und da ich das Glück hatte als Bloggerpate schon zur Eröffnungsfeier eingeladen zu sein, hatte sie für mich auch ein wenig Glamour. Zwar wurde kein roter Teppich ausgerollt, und das Blitzlichtgewitter blieb aus, doch dafür gab es Vera, die uns sehr herzlich in Empfang nahm und uns auch die Tage auf der Messe begleitete. Weiterlesen