Ein Roman für die Veteranen der re:publica.

MarmeladenTheorie

Zufall? Da ist er, der passende Roman zum Ausklang der re:publica 16. Sentimentaler Lesestoff für die von Sascha Lobo bezeichnete „Wir, die digitale Lost-Generation“. Die französische Bloggerin Titiou Lecoq blickt auch zehn Jahre zurück und fabuliert eine amüsante Geschichte über drei Earlybirds des Internets, ein Journalist, eine Bloggerin und ein junger Nerd. Die Geschichte beginnt also 2006 in einer Zeit als noch niemand an ein smartes Handy dachte, Hot-Spots noch wirklich heiß waren, Facebook noch StudiVZ hieß, man auf VIVA in einer Endlosschleife Jamba-Abos angeboten bekam, in World of Warcraft die Jugend ihre Zukunft verspielte und YouTube einjähriges Bestehen feierte. Und sie endet in der tristen Gegenwart zerplatzter Netzweltträume zweckoptimistisch.

Aufmerksam wurde ich auf Titiou Lecoq durch ein Interview in wired in dem sie unter anderem sagt: Weiterlesen

Was erlauben BILD. Houellebecq wie Flasche leer? Ich habe fertig.

Unterwerfung-FertigEs gab in der ersten Woche nach Erscheinen des Romans „Unterwerfung“ schon zahlreiche Kommentare und Rezensionen zu lesen. Auf dem Blog „Lustauflesen“ von Jochen Kienbaum, der sich meinem Wunsch nach Social-Reading anschloss, erschien nun Mitte der Woche sein Resümee. Da konnte ich alles nur nickend unterstreichen. Danke dafür. Den Vogel schoss für mich die BILD mit ihrem Fazit zur Lektüre ab:

„Jede Zeit hat die Bücher, die sie verdient. „Unterwerfung“ heißt das Buch der Stunde. Es ist eine Art YouPorn fürs Hirn, ein „Shades of Grey“ für Intellektuelle. Man muss darüber Bescheid wissen, ob man will oder nicht.“

Ich gestehe, dass ich Michel Houellebecqs schon vor diesem Roman in die Ecke der zynisch-miesepetrigen Intellektuellen einquartierte, die zwar jaulen und bellen, jedoch kaum beißen können. Und auch „Unterwerfung“ konnte mich da nicht vom Gegenteil überzeugen. Dass aber das größte Boulevardblatt Deutschlands, dessen Redaktion sich conditio sine qua non nur aus Zynikern zusammensetzen kann, einzig das oben Genannte am Roman bemerkenswert findet, das zeigt mir doch, dass dort wohl jegliches geistreiche Denken abhanden gekommen ist. Weiterlesen